Aus Anlass seines 90-jährigen Bestehens hat der Richard-Wagner-Verband Minden gemeinsam mit dem Stadttheater Minden und der Nordwestdeutschen Philharmonie die größte Unternehmung seiner bisherigen Geschichte geplant: Mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und zahlreicher Sponsoren wird an neun Abenden im September/Oktober 2002 die Oper "Der Fliegende Holländer" von Richard Wagner gespielt.
Schirmherr der Produktion ist Wolfgang Wagner, der Leiter der Bayreuther Festspiele.
Der Richard-Wagner-Verband Minden, dessen kulturelle Aktivitäten die Region schon seit vielen Jahren bereichern und der durch die Vergabe von Stipendien und die Ausrichtung von Wettbewerben wichtige Nachwuchsförderung betreibt, hat sich erstmals an die Produktion einer Oper gewagt.
Die Nordwestdeutsche Philharmonie, die sich in den 50 Jahren ihres Bestehens nicht nur in Ostwestfalen-Lippe, sondern auch in ganz Deutschland und dem benachbarten europäischen Ausland großes Ansehen erworben hat, wird zum ersten mal eine Oper von Richard Wagner spielen.
Wesentlicher Partner ist das Stadttheater Minden, das als Gastspieltheater regelmäßig auch eigene Produktionen zeigt und zuletzt mit der Uraufführung der Kammeroper "Friedrich und Katte" für Aufsehen sorgte.
Hauptimpuls für das Projekt ist es, im Zusammenwirken junger, schon international renommierter Künstler mit lokalen Kulturschaffenden speziell die Jugend wieder an die große Tradition des Musiktheaters heranzuführen.
Die Rückgewinnung jüngerer Generationen für den Erhalt kultureller Werte erscheint in Zeiten besonders wichtig, da vielerorts Kulturpessimismus und Spaßgesellschaft zunehmend beklagt werden.
Dafür wird in vorbereitenden Workshops an den Schulen, durch "Hinter-die-Kulissen-schauen" während der Probenarbeit und in dafür veranstalteten Schulvorstellungen den Jugendlichen ein besonders intensiver Zugang zu diesem Werk Richard Wagners und zu allen Aspekten einer Opernaufführung ermöglicht.
Die bühnentechnischen Gegebenheiten im Stadttheater Minden (das Orchester spielt auf der Bühne hinter den Sängern) bilden eine wichtige Grundlage für die Konzeption, Wagners Oper szenisch wie musikalisch als "Kammerspiel" zu lesen und ermöglichen eine akustische Balance, wie sie sonst nur bei Aufnahmen erreichbar ist.
Die räumliche Nähe der Solisten zum Publikum führt zu einem subtileren Verständnis textlicher wie szenischer Details und soll so zu einem neuen Erlebnis führen, das jenseits aller Vorurteile Blick und Gehör für die Inhalte öffnet.
Parallel zu den Aufführungen im Stadttheater wird vom 29. September bis zum 1. Dezember 2002 im Preußenmuseum in Minden die Ausstellung "Der Mythos des Erlösers. Richard Wagner und die Deutsche Gesellschaft 1871-1918" zu sehen sein.